Herzlich Willkommen auf Drechsler-Forum.de !
Das Drechslerforum wird unterstützt von:
Besucher bisher: Counter - Impressum - Forenregeln - Zum Forum

Starbond Europa
Hobbyholz Terhörst
Starbond Europa
Wiedemanns Drechslertreff
Maderas Drechseltechnik
Holz Hutzelmann
ONEWAY - Vertreten durch Hobbyholz Mark Terhörst
Drechselbedarf Schulte
Gerhard Liebensteiner
Seite besuchen
Zuschnittholz.de
Neureiter Maschinen
Max Cropp OHG
Drechselholzversand
Dieter Schmid - Feine Werkzeuge
HolzWerken
Drechselhol Laschinger
MAGMA
Schreinerei-Drechslerei Martin Adomat
DICTUM GmbH - feine Werkzeuge
Lercher GmbH
Drechslermagazin besuchen
Tormek
Brennstempel.com
Killinger GmbH
Ballas Maschinen
Rundes vom Schweden
Tool Parts Service
Drechselshop Kramer
Kurt Koch GmbH
amolegno
Drechselstube Neckarsteinach

Bäume pflanzen mit I Plant A Tree


Sie möchten Werbepartner werden und hier auf der Startseite gelistet sein ?


Weitere Linkpartner

Jockel Mechanik
n3rd@work



 
Links, Links, Links.....
Drechsler-Forum Linkliste Hier fehlt ein Link ? Bitte kurze Mail an: Drechsler-Forum - Bisher eingetragen: 188 Links

1 - Private Drechselseiten
Link/Beschreibung   Klicks  
Alfred Baumann
Drechslermeister
13683
Alfred Burhoff
27625
Andreas Buchfink
15119
Armin Kolb
Spinning Top
6680
Atelier-Schneider
16318
Bernd Tiroch's - World of Wooden Art
7638
Bernhard Nepelius - Objekte aus Holz
20398
Bert Hiebl - Drechselobjekte
6117
Berthold Greiner
Drechselarbeiten Holzobjekte
957
Christian Masche
Holzgestalter Restaurator
11562
Christoph Schmidt - Unikate
9076
Creation Carl Schnauer
12840
DREHSCHREI
11068
Der Drechselkaiser
14678
Der kleine Drechslerkeller
9176
Die Holzkunstwerkstatt
Einiges über mich, Joachim Nickolaus, und meine Arbeiten
16456
Dippser-Holzkunst
Für Bastler, Drechsler, Laubsägen uvm. mit Forum
12347
Dirk Meier
292
Doornekamp
10189
Drechsel - Formen
Daniel Flückiger
4394
Drechsel Fleiter
5257
Drechsel-Manufaktur
14731
DrechselKeller Einhausen - Jakob Wüst
14238
Drechselarbeiten Wolfgang Rinck
5108
Drechseln (Heinz)
15803
Drechselnder Hans.at
6067
Drechselstube Josef Guger
3493
Drechselstube Nikitsch
Werner Mühlbauer
4976
Drechselstücke
Urs Latus
560
Drechsler Pepi
8912
Drechsler Schulz
12101
Drechslerei HörHOLZ
2233
Drechslerei Rose
11198
DrehSchrei
Kurt Knauber
2504
Eckard Pohlmann - Altes Handwerkzeug
10394
Edelholzstifte Heribert Lechner
4464
Edgar Eberhardt
Der Schalenmacher
929
Ernst Bauersachs
Schreibgeraete
5835
Ernst Vielsmaier
10405
Faszination Drechseln
18447
Frank Müller
3115
Franz Bermes
Holz in Form
3342
Franz Kuffer
Drechslermeister
4062
Fred´s Drechslerseiten
15029
Fröhlingsdorf Holz & Kunst
9524
Gerhard Liebensteiner
5959
Ginger Wood
Franz Keilhofer
2173
Gudrun Rotermund
10707
HOLZ-Momente
Jürgen Heid
915
HOUTENSCHALEN
5828
Hannes Piringer
6001
Hans Kirmair
9428
Harald Fleiter
8329
Harald Müller
9399
Harry van Wees
7028
Heiko Bast
Geschenke Schmiede Schlierschied
3710
Heinz Hintermann
9022
Helbigs Drechselstube
9473
Helmbrechts Drechselstudio
3275
Hermmans Drechselwelt
8796
Heyde Holz
2443
Hobbydrechsler Strasser Franz
4894
Hohenzollerndrechsler
Private Drechslerseiten von Hans-Werner Hein
5308
Holger Graf
10695
HoltArt - Beat Oberholzer
4504
Holz-Dreherey
7701
Holz-Manufaktur
3063
Holz-Stein-Farbe
Drechselseiten von Lorenz Forster
2331
Holz-Wege
7253
Holzbude Ammerbach
5258
Holzgestaltung
Manfred Ohmer
653
Holzglück-Manufaktur
Benjamin Oertel
469
Horst Kontak
6749
Jan Hovens
5258
Jan Pranger
houtdraai sierwerk/schmuckbehälter
4913
Jens`s Didgeridoo und Drechselseite
Holz - Klang - Aussehen !!!
6504
Jo Winter
Drechselkunst Jo Winter
12014
Joachim Josenhans
Drechselkunst - Objekte aus Holz
4270
Johann Deutsch
7631
Johannes Volmer Ovaldrehen
Geschichte, Definition Ovaldrehen, Ovaldrehmaschinen, Spannvorrichtungen, Methoden,Ornamentieren, Design, Galerie, Literatur
9134
Josef Weninger
Drechselhandwerk
5535
Jürgen Ludwig
7572
Karl Trabe
7123
Klaus Blau - Drechselkunst
Drechselkunst, Werkstatt und Werkstücke.
9910
Klaus Kirchner
5725
Klaus Reckling
7095
Klaus Sommer
Hobbydrechsler
5017
Klaus Weichselbaum
8058
KoschiWoodArts
Schöne Dinge aus Holz
7089
Kreisel Bischofszell
Mirta und Manfred Kreis
3319
Kunst-Drechslerei
Schön das Sie Da sind und meine Seite gefunden haben.
8816
Kunstdrechslerei Nömeier
3645
Linden-Drechsler
951
Ludwig Mündlein
8081
MB-Idee Handarbeiten
Private Seiten von M. Burkard
5393
Martin Praetorius
6618
Matthias von Büren
4432
Michael Finger
7436
Michael Loeffler
Segmentiertes und massives Drechseln
5090
Michael Werner - Woodturning
6550
Nico Oosthoek
Ambachtelijk Houtdraaien
3830
Norbert Plattner
6222
Opa's Holzzaubereien
Bernd Herling
1807
Ottos Drechselhomepage
Ich möchte hier meine Private Drechselhomepage vorstellen
9597
Peter Andres
7437
Peter Gwiasda
9588
Peter Hromek
8356
Peter Melchior
Mijn houtdraaiwerk
2270
Peter Stapel
6865
Peter Wagensonner
7854
Pfaff Holzkunst
3093
Phillipp Quenzer
7356
Pit Peters
Holzkunst & Drechselarbeiten
4406
RC - Woodform
Private Drechselseiten von Reinhold Conrad
2257
REWO Holzgestaltung
3022
Rainer Wächter
8915
Renates Holz & Dekostuebchen
3045
Reto's Drechslerwerkstatt
4981
Richard Lau
5208
Richard Seubert
3747
Robert Lane
7344
Robertdo's Drechselobjekte
3601
Roger Moll
4226
Roland Berger
3206
SPINNING TOP
Armin Kolb
5594
Siegfried Schreiber
7845
Span und Spule
Uschi und Hartwig Pleus
5373
Stefan Rosner
7207
Steffen Huber
7133
Thomas Brandl
Homepage von Thomas Brandl
6650
Thomas Faessler
Unikate aus Holz
3796
Thomas Häckel
11294
Tino Brandt
Erzgebirgische Figuren uä.
6489
Tomaha Drechselarbeiten
Thomas Hächler
865
Tredreier Geir Saebö
Drechselkunst aus Norwegen
7875
Ulrich Lanz
Private Drechselseiten von Ulrich Lanz
7364
Urlaub im schoenen Erzgebirge
Infoseite uebers Erzgebirge
6134
Uwe Nowacki - Schmuckes aus Holz
3881
Wolfgang Gschwendtner
WoifiArt
7962
Wolfgang Hauer
7610
Wolfgang Helbig
8225
Woodturning in Norway
5858
Woodwork Videokanal
Privater YouTube Videokanal zum Thema Drechseln, Holz, Werkzeug
2866
holz-art Johann Mencz
8044
holzgenuss
Private Holzseiten von Christian Collin
3887

2 - Foren, Verbände & Organisationen
Link/Beschreibung   Klicks  
Baumkunde.de
Eine tolle Seite zum Thema Baumbestimmung
8864
Club of Hungarian Amateur Woodturner's
(Magyar Amatőr Faeszterályosok Klubja)
4195
Drechslerverband
Verband des Deutschen Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerks e.V.
4804
German Woodturning
9802
Hessisches Holz + Technik Museum
3394
Irish Woodturners Guild
Verband von Drechslern in Irland
6647
Wood Turning Center
Internationaler Verband mit Sitz in den USA
5474
Zeitschrift DrechslerMagazin
Das moderne Fachmagazin für Hobby, Profi und alle Interessierten
6746
Zeitschrift HolzWerken
Die Zeitschrift bietet Inspiration, Bauanleitungen, Termine und wichtige Kontakte für den ambitionierten Holzwerker.
5945
houtdraaienindehaarlemmermeer
4333

3 - Shops, Händler & Drechselgewerbe
Link/Beschreibung   Klicks  
Alaskan Mill
Alaskan Mill Sägewerke und Zubehör in Deutschland Direktvertrieb.
4392
Ballas Maschinen
Drechselmaschinen, Werkzeug & Zubehör, Drechselkurse
237
Brennstempel & Brandstempel
4493
Cropp Timber - Ihr Spezialist für edle Hölzer
Spezialist für den Im- und Export exotischer Edelhölzer.
4761
DICTUM GmbH
Mehr als Werkzeug
3830
Drechselholz & Zubehoer
Edle Handwerkshoelzer fuer Drechsler, Messermacher & Kunsthandwerker von Ihrem Wermke-Versand-Team
5615
Drechselmaus
Ein Partner der Holzhobbyisten Für Kunden gibt es tatkräftigen Hilfe. Angebote von Hölzern,Werkzeuge, fertigen Objekt
10065
Drechslerei Anton Schöttl
Drechslerei – Holzwaren – Notenständer
5978
Drechslerei Gartner GmbH
Holzerzeugnisse - Handlaeufe - Rundstaebe
3656
Drechslerei Moises
Drechslerei - Holzwaren - Instrumentenbau
4840
Drechslerei Müller
Drechselkurse in der Schweiz
4157
Feuerschutz-Shop
2915
Hermann Sachse
Lack-, Beiz- und Wachsmanufaktur seit 1901
3533
Holz rund und eckig
Kunstvolle Drechselarbeiten von Tom Klenner
7179
Holzdesign Randlinger
2275
Holzprofi Pichlmann GmbH
Drechselmaschine, Werkzeuge, Kurse
6602
INDUSTRIE-GRAVUREN GMBH
Brennstempel & Gravuren
3577
Iris Meinhard
Drechslerei in Hannover
5279
Jürgen Kramer
Qualitätsedelbrände & Liköre - Problembaumfällung - Altmetallhandel - Drechselshop
2077
Kaminski
Handgravierte Einguss Zinnintarsien
3809
Keramikmahlwerk
821
LERCHER
Brennstempel - Graviertechnik - Meisterbetrieb
2364
Laser Beschriftung Finn
Lasergravuren auf Holz und Metall
2917
Leitner Holzverarbeitungsgesellschaft m.b.H.
4427
Ligno-Drechselbank
8737
MICHAEL SCHNELLE
MANUFAKTUR fuer mechanische Luxusmoebel und Naturschallsysteme
3476
Maschinenmanufaktur Ulbricht
Die Fa. Kurt Ulbricht ist ein kleiner Maschinenbau-Handwerksbetrieb mitten im Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge.
8535
NaDeco
Tagua Nüsse, Thika Samen, Uxi Nuss Samen, Betelnüsse uvm.
5811
Peters Holzmanufaktur
655
Rundes-vom-Schweden
Schwedenfutter und Drechseln
1158
SchreibGeräteDesign
Gerhard Liebensteiner
976
Shellawax
Shellawax - Einfache, schnelle und speisesichere Oberflächenbehandlung.
4961
Worksharptools - WS2000 & WS3000
Brinkmann + Wecker GmbH - Ihr Spezialist für Spiralbohrer Schleifmaschinen
4380

Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind ausschliesslich deren Betreiber verantwortlich !

 

 

Die Geschichte der Drechslerei

Wie alt ist die Drechslerei ?

Plinius der Ältere, ein römischer Lehrer, bezeichnete Theodorus (560 v. Chr.) von der Insel Samos als den Vater
der Drechslerei, aber mit den heutigen archäologischen Erfahrungen wissen wir, daß die Drechslerei viel älter ist.
Drehen ist seit über 3500 Jahren bekannt, von der einfachen Holzdrechslerei bis zum modernen Ingenieurwesen.
Bereits 1500 v. Chr. benutzen die Ägypter einfache Drechselbänke. Die Holzdrehbank ist fraglos die älteste Maschine.
Die Drechselbank ermöglichte die Herstellung der notwendigen Präzisionsteile, wie sie in Dampfmaschinen und später
anderen Motoren benötigt wurden. Ohne die Erfindung der Drechselbank hätte die industrielle Revolution nicht stattgefunden.

Auf Grund wissenschaftlicher Forschungen und Erkenntnisse, die sich vor allem auf gefundenen Arbeiten wie auch auf alte
Darstellungen der Drehtechnik auf Grabmälern stützen, geht ohne Zweifel hervor, daß die Drechslerei oder Dreherei
zu einer der frühesten technischen Künste gehört. Der Ursprung von dem, was wir heute unter Drechslerei verstehen,
geht zurück auf die ersten manuellen Drehbewegungen der Menschheit überhaupt.

Man nimmt an, daß der vorgeschichtliche, primitive Mensch zum Feuermachen sich des sogenannten Feuerquirls bediente.
Dieser Feuerquirl, auch Feuerbohrer genannt, bestand aus einem runden Holzstab, der durch Reibung zwischen den Händen
hin und her gedreht wurde. Die Spitze des Quirls steckte in der Vertiefung eines anderen Holzstückes,
in dem sich brennendes Material (Zunder oder Feuerschwamm) befand.
Durch die Reibung von Holz an Holz entstand Hitze, die den Brennstoff entzündete.

Mit der Zeit gelang es dem sich zur Intelligenz entwickelnden vorgeschichtlichen Menschen, eine Erfindung zu machen,
die von einer ungeheuren Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit überhaupt wurde. Um den bis dahin mit der Hand
zu drehenden Quirl schneller und leichter drehen zu können, kam der vorgeschichtliche Mensch auf den Gedanken,
seinen Jagdbogen zu Hilfe zu nehmen, indem er die Schnur des Bogens einmal um das sich drehenden Bohrstück
herumschlang und dann am anderen Ende des Bogens wieder befestigte.

Das Bohren mit diesem Fiedelbohrer stellt wahrscheinlich den ersten mechanischen Arbeitsgang der Menschheit überhaupt
dar. Zum ersten Mal wird ein Werkzeug nicht mehr mit der Hand, sondern mittels einer besonderen Vorrichtung in
Drehbewegung gebracht. Es war nun möglich, mit der durch den Fiedelbohrer frei gewordenen Hand einen Druck
auf den senkrecht stehenden Bohrer auszuüben und vor allem eine raschere Drehbewegung zu erzielen.
Die erste Darstellung der Anwendung des Fiedelbohrers finden wir bereits in ägyptischen Gräbern um 2650 v. Chr.

Vom Drillbohrer zur Drechselbank

Im Drillbohrer, der in einer Bohrkappe gelagert ist (damit Druck ausgeübt werden kann), ist das Prinzip der Drechselbank
fertig enthalten: man brauchte den Bohrer nur horizontal zu lagern. Trotzdem hat es lange gedauert, bis es zum Bau
der Drechselbank kam. Das ganze zweite Jahrtausend v. Chr. hindurch hat man z. B. in Ägypten die Möbelfüße und die
Holzgefäße noch geschnitzt. Im Altägyptischen gibt es daher auch kein Wort für „drehen“ oder „drechseln“.

Die Annahme, daß schon in der ägyptischen Vor- und Frühzeit Steine mit dem Drehstuhl gedreht wurden, ist falsch;
aus sehr frühen Darstellungen entnehmen wir, daß die Steine in jener Zeit mittels Bohrern gebohrt bzw. ausgehöhlt wurden.
Wäre die Drechselbank im alten Ägypten bekannt gewesen, so müßten entsprechende Funde vorliegen, um so mehr,
als sich andere Holzgeräte in ältesten Gräbern vorzüglich erhalten haben.

Wo und wann begann man zu Drechseln?

Wann und wo gibt es erste Anzeichen für das Vorhandensein einer Drechselbank? Wir dürfen wohl zu Recht vermuten,
daß dieses Gerät von einem Holzarbeiter erfunden wurde, der mit dem Drillbohrer sowieso umzugehen verstand.
Leider aber haben sich außerhalb Ägyptens, das als Heimat dieser Erfindung ausscheidet, in Kleinasien, auf Kreta
und in Griechenland, wo sich überall Stadtkulturen entwickelt haben, zu wenig Holzarbeiten erhalten, um ein endgültiges
Urteil abgeben zu können, ob in diesen Gebieten um diese Zeit, d.h. im 2. Jahrtausend v. Chr., schon gedrechselt wurde.

Immerhin befindet sich unter den seltenen Holzfunden in den mykenischen Schachtgräbern eine flache Schale aus
Zypressenholz von 36 cm Durchmesser mit einem Randprofil, auf das ein Holzschnitzer wohl kaum kommen würde.
Leider sind an der Schale selbst aber keine Drehrillen mehr sichtbar. Immerhin läßt die Holzschale die Vermutung zu,
daß man gegen Ende des 2. Jahrtausends in Griechenland schon Holz gedrechselt hat.

Die älteste sicher gedrechselte Holzarbeit stammt aus dem etruskischen Bereich.
Hier hat sich in einem ins frühe 7. Jahrh. v. Chr. datierbare Grab bei Corneto, der sog. „Tomba del Guerriero“
(Grab des Kriegers), der Boden einer mit Bronzenägeln verzierten Holzschale erhalten, an deren Standring klare Drehrillen
erkennbar sind. Etwa in dieselbe Zeit fallen auch einige gedrechselte Stücke aus Elfenbein: kunstvoll durch Schnitzen
überarbeitete Möbelfüße aus Nordsyrien, sowie Haarnadeln aus dem Artemisheiligtum von Ephesus (Kleinasien).

Bei diesen Stücken aus Bein handelt es sich um einfachste Arbeiten durch Abdrehen, während das Ausdrehen einer Schale
wie der von Corneto schon größeres drechslerisches Können voraussetzt, d.h. die Schale muß „fliegend“ gedrechselt worden
sein. Es wurde in diesem Fall nicht das Werkstück mit der Antriebsschnur umwickelt, sondern eine doppelt gelagerte
Drehspindel, an deren frei herausragendem Ende das Werkstück, die Schale, befestigt war.

Wenn man aber in Kleinasien und Etrurien im 7. Jahrh. v. Chr. Drechseln konnte, so dürfte man wohl um diese Zeit auch
in Griechenland so weit gewesen sein. Leider fehlen hier im 8. und 7. Jahrh. die Originalfunde. Doch kennen wir eine Reihe
von Möbeldarstellungen (Totenbetten) auf geometrischen Amphoren des 8. Jahrhunderts, deren Füße mehr nach Drechsel
als nach Schnitzarbeit aussehen. Gewißheit geben erst die hölzernen Originalfunde aus dem frühen 6. Jahrh. v. Chr.,
die eine deutsche Ausgrabung auf Samos zutage förderte: hier fanden sich in sumpfigem Schwemmland in der Nähe
eines Heratempels nicht nur eine Fülle von geschnitzten Figuren und Möbelteilen, sondern auch Reste von gedrechselten
Holztellern und Schalen sowie Teile von Möbelfüßen, deren Ausführung eine längere drechslerische Tradition voraussetzen.

Die älteste Darstellung eines Drechslers

In hellenistischer Zeit, d.h. in den letzten Jahrhunderten v. Chr. Geb., hat sich die Drechselbank in der antiken Welt
mehr und mehr durchgesetzt. Vom 4. Jahrh. ab ist sie auch für Ägypten mit zahlreichen Werkstücken vertreten.
Hier in Ägypten ist nun auch erstmalig im sog. „Grab des Petosiris“ (3. Jahrh. v. Chr.) eine Reliefdarstellung von Drechslern
an ihrem Gerät wiedergegeben: die Handwerker sind in Seitenansicht, die Drechselbank ist in der Draufsicht gezeigt.

Links kauert der Meister, der mit beiden Händen den Drehstahl führt, rechts der Gehilfe, der das bearbeitete Holzsäulchen
mit Hilfe eines schmalen Riemens rotieren läßt. Der Drehstuhl befindet sich in waagrechter Stellung.
Die beiden Backen, zwischen denen das Werkstück eingespannt ist, stellen den festen Spindelstock und den beweglichen
Reitstock dar; beide Backen sind durch eine waagerechte Stange verbunden, die als Auflage ähnlich unserer heutigen
Schiene zur Führung des Werkzeuges dient. Die Drehung des Werkstücks geschieht mittels einer Schnur,
die um das Werkstück herum geschlungen ist und von einem zweiten Arbeiter, der gewissermaßen den Motor darstellt,
hin und her gezogen wird. Der Drechsler konnte das Werkzeug natürlich immer nur dann angreifen lassen,
wenn sich dieses zu ihm hindrehte.

Es ist wohl anzunehmen, daß dieser einfache Drehstuhl auch von einem Mann allein bedient werden konnte,
wenn der Drechsler mit einer Hand den Antrieb mit Hilfe eines Fiedelbogens besorgt, während die andere Hand,
unterstützt durch die Zehen eines Fußes, den Stahl führt. Wir können die erstaunliche Feststellung machen,
daß sich der primitive Drehstuhl mit Fiedelbogen in Asien und im Orient bis auf heute erhalten hat.

Weitere Verbreitung der Drechseltechnik

Von den großen griechischen und römischen Zivilisationen breitete sich die Drechselkunst über andere europäische Länder
aus. Die Kenntnis eines solchen Geräts und seiner Handhabung konnte durch wandernde Drechsler leicht weitergegeben
werden, und so wurde die Drechselbank im 6. Jahrh. v. Chr., einem Jahrhundert der aufblühenden Handelsbeziehungen
zwischen den griechischen Kolonialstädten des westlichen Mittelmeers und den keltischen Stämmen nördlich und westlich
der Alpen, auch zu den Kelten gekommen sein.

Aus dem keltischen Bereich wurde die Kenntnis der Drechselbank schließlich an die Germanen weitergegeben.
Nach den ältesten im Norden bekannten Funden, muß dies im 3. Jahrh. v. Chr. vor sich gegangen sein.

In römischer Zeit wurde viel gedrechselt

Daß man in römischer Zeit, einer Zeit, die sich mehr denn zuvor auf serielle Produktion eingestellt hatte
(Töpfermanufakturen), sehr viel gedrechselt hat, war zu erwarten. Holzgegenstände haben sich allerdings nur wenige
erhalten, dafür eine große Anzahl von Beinobjekten. Sehr häufig wird nun auch Metall und Stein auf der Drechselbank
bearbeitet. Metallarbeiten wurden nach dem Guß vielfach zur Überarbeitung auf die Drechselbank gebracht.

Das Drechseln im frühen Mittelalter

Als die germanischen Stämme im 3. und 4. Jahrh. n. Chr. zur Landnahme in Süddeutschland und in Gallien schritten,
übernehmen sie nicht nur manchen Fortschritt der antiken Welt, sondern brachten ihr eigenes handwerkliches Können mit,
darunter auch die Kunst des Drechselns, die ihnen ein halbes Jahrtausend zuvor von den Kelten her vermittelt worden war.

Die Tradition der merowingischen Zeit leitet auch auf verschiedenen Gebieten des Handwerks ohne Bruch ins frühe
Mittelalter über. Wieviel in romanischer Zeit gedrechselt wurde, können wir vor allem den Bildhandschriften jener Periode
entnehmen: eine ins 8. Jahrh. datierte Miniatur im sogenannten „Nürnberger Purpurreliqiuar“ zeigt den schreibenden
Evangelisten Matthäus, der vor einem Schreibpult dargestellt ist, dessen Säulenfuß gedrechselt ist,
ebenso wie der Klappstuhl, auf dem er sitzt.

Die Wippdrehbank

Und irgendwo auf der Entwicklungsleiter wurden die Drechsler müde, ihre Arbeit auf dem Boden sitzend zu verrichten.
Sie entschlossen sich, künftig im Stehen zu Drechseln (zweifellos konnte man so auch ein Auge auf etwaige Feinde werfen).
Im 13. Jahrh. erscheint die bisher früheste Abbildung der sogenannten „Wippe“ oder „Fitzel-bank“.

Diese Drechselbank hat ebenfalls Schnurantrieb. Doch ist hier das eine Ende der Schnur an einem Pedal befestigt,
das andere Ende an einer elastischen Stange an der Decke, die den Gegenzug besorgt, wenn der Fuß des Drechslers
das Pedal losläßt. Damit hat der Drechsler beide Hände zum Arbeiten frei. Wann die Wippdrehbank aufkam,
läßt sich nicht ergründen. Wenngleich die früheste eitgenössische Darstellung aus einer französischen Handschrift
aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt, so kann man ohne weiteres nehmen,
daß sie schon viel früher erfunden worden war.

Die Wippdrehbank wurde im 16. Jahrh. noch einmal verbessert, als an Stelle der elastischen Stange ein richtiger „Bogen“
aus Holz bzw. elastischem Stahl trat. Einen Entwurf einer derart verbesserten Wippe hat uns Leonardo da Vinci (1452-1519),
der auch als der Vater der Maschinen bezeichnet wird, hinterlassen. Dieser starke Armbrustbogen hat wohl den Vorteil einer
stärkeren Spannung, die es möglich macht, größere Werkstücke, so auch Eisen zu drehen.

Wahrscheinlich war die Schnur so um das Werkstück geschlungen, daß es sich zum Arbeitenden hin drehte,
wenn der starke Bogen die Schnur nach oben zog. Die Konstruktion der Wippe hielt sich auch in Deutschland bis ins
19. Jahrhundert hinein, obwohl bereits um 1500, wie wir aus Zeichnungen von Leonardo da Vinci ersehen,
dieser große geniale Künstler die Fußdrehbank mit gekröpfter Welle und Schwungrad und damit Kontinuierlicher,
also fortlaufender Bewegung der Drehbankspindel erfunden hatte - die gleiche Antriebsart,
die wir vom Spinnrad her kennen.


Kunstdrechslerei

Ein Schwerpunkt der Kunstdrechslerei war die Stadt Nürnberg, von wo uns über einen ganzen Stamm von Kunstdrechslern
berichtet wird, die weit in der Welt herumkamen und viele Fürsten in dieser Kunst unterwiesen hatten.
Das Drechseln war hoffähig geworden. Schon Kaiser Maximilian war ein begeisterter Drechsler, auch Peter der Große,
welcher König Friedrich Wilhelm I von Preußen eine schöne Drechselbank schenkte.

Die Fürsten fanden auch Geschmack an Drechslerkunststücken und erwarben sie zu hohem Preis. Die Konstruktionsdetails
wurden ebenso geheimgehalten wie die Kunstgriffe des Drechselns selbst. Besonders das „Passigdrehen mit Hilfe
von Steuerkurven für ovale Formen“ war eine Arbeit, bei der jeder seine eigenen Methoden entwickelte.

Berühmte Mathematiker befaßten sich im 18. Jahrh. mit der Theorie des Drechselns, wobei sie bis in die letzten Probleme
mathematischer Kurvendiskussionen vorstießen. Andere Techniken, die eine komplizierte Apparatur - weil sie von den
normalen runden Formen abwichen, die bei einer kreisförmigen Bewegung des Werkstückes hergestellt werden konnten
erforderten, waren die Ovaldreherei, die Vieleckdrehbank oder die Figurendrehbank, mit der durch eine besondere
Steuerung auch Reliefs wie Münzen und Plaketten abgetastet und nachgedreht werden konnten.

Das Ende der Drechslerei?

Betrachtet man Möbelstücke oder andere Gebrauchsgegenstände aus der Gründerzeit etwa um die Jahrhundertwende
bis ca. 1920, so stellt man fest, daß zum einen eine gewisse Übersättigung mit Drechselformen stattgefunden hat;
zum anderen hat die zunehmende Mechanisierung (Kopierfräs- und Kopierdreh-Automaten) nahezu das Ende
der Handdrechslerei herbeigeführt.

Aber inzwischen gibt es sowohl im professionellen handwerklichen als auch im Hobby- und kunsthandwerklichen Bereich
wieder eine stattliche Anzahl von Drechslern.

Auf Drechsler-Forum.de finden alle Drechselbegeisterten eine Plattform für dieses schöne Hobby !

(Text auszugsweise aus Wikipedia.de)